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Abu Musa al-Ascharî, einer der führenden Gefährten des Propheten - Allahs Segen und Friede seien auf ihm - sagte:

„Wir, die Gefährten des Propheten, pflegten, wann immer wir uns einer Frage bezüglich einer Überlieferung des Propheten gegenüber sahen, Aischa zu fragen und immer fanden wir, daß sie aus dem Schatz ihres Wissens heraus eine zufriedenstellende Antwort gab.”

Ein weiterer Grund für diese Ehe war die Festigung des Bandes enger Vertrautheit zwischen dem Propheten - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden - und ihrem Vater Abû Bakr - möge Allah mit ihm zufrieden sein -, dem „Zweiten der beiden” in der Höhle von Thaur, wie es im heiligen Qur’ân heißt.4

Im Alter von vierzig Jahren wurde Muhammad - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden -, der bis dahin eine Jugend voller Reinheit und ein ehrbares Familienleben verlebt hatte, in den Stand des Prophetentums erhoben. Sechs Monate vor der Vollendung seines vierzigsten Lebensjahres öffnete Allah der Allmächtige ihm die Höhle Hira in der Nähe Mekkas als Stätte seiner göttlichen Ausbildung.

In diesem spirituellen Unterrichtsraum, in dem sich im Verborgenen seine Unterweisungen vollzogen, erhielt er seine Lektionen über das Vergängliche und das Ewige, bis er schließlich, im Alter von vierzig Jahren, mit der Fähigkeit ausgestattet wurde, Menschen rechtzuleiten und ihm mit den Worten: „Lies!: Im Namen deines Herrn, der erschuf!” die Würde des Prophetentums verliehen wurde.

Die folgenden sechs Monate waren geprägt von dem, was wir aus der Sicht unseres begrenzten Verständnisses als „wahrhaftige Träume” bezeichnen könnten. In Wahrheit glich das, was in der Höhle Hira geschah dem Abenteuer eines Samenskornes unter der Erdoberfläche, einem Ort spiritueller Gestaltung, vor der Menschheit wohl auf ewig verborgen. Äußerlich betrachtet waren die Faktoren, die den Propheten in diese Höhle führten sein all-umfassendes Mitgefühl und seine Trauer über das Leid und die geistige Verirrung der Menschen seiner Zeit. In Wirklichkeit war es die Vorbereitungsphase für die Übermittlung des Qur’ân aus der göttlichen Gegenwart über das reine Herz Muhammads - Allahs Segen und Friede seien auf ihm - in das Menschliche Verständnis. Es war die Zeit des InErscheinung-Tretens dieser latent vorhandenen Kraft, die schwere Bürde der Offenbarung zu schultern, einer Last, die kein gewöhnlicher Mensch zu tragen fähig ist, - vergleichbar mit der Veredlung rohen Eisens zu hochwertigem Stahl durch Nutzung seiner innewohnenden Potentiale. Jeder Verstand und jeder Gedankengang, die die Essenz dieses Geheimnisses vollständig zu begreifen suchen, sind zum Scheitern und In-Stücke-Bersten verurteilt, wenn sie versuchen, sie zu durchdringen.

Diejenigen aber, die nicht fähig waren, diese Welt durch das Fenster des Herzens zu betrachten, bildeten das bedauernswerte Gesindel, das sich unter der schwarzen Flagge des Abû Jahl und des Abû Lahab, der beiden führenden Feinde des Islam, sammelte.

Das Leben des Propheten Muhammad - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden - ist erfüllt von Erscheinungen durch Gott verliehener Würde und Ehre, wie sie keinem der vorangegangenen Propheten zuteil geworden waren. Allah, der All-Erhabene nannte nur ihn „meinen Geliebten” (Habî-bî) und er war der einzige, dem der Segen der Himmelsreise (Mi ‘râj) zuteil wurde.6

Seine Vorrangstellung wurde bestätigt, als er alle früheren Propheten im Gebet im Felsendom in Jerusalem anführte, bevor er die Himmelsreise antrat. Das Geheimnis des Musa (Moses) - Friede sei mit ihm - lan tarâni” 7 wurde für ihn als „qâba qausaini au adna” 8 offenbar. Ihm wurde für die Gemeinde seiner Religion das rituelle Gebet als ein Begegnungspunkt mit Allah und kleinere Form der Himmelsreise zum Geschenk gemacht.

Nach dreizehn Jahren stetiger Bemühung die Menschen rechtzuleiten wurde er in eine andere Höhle geführt. Es war die Höhle Thaur auf dem Pfad der Auswanderung (Hijra).

6 Bukhârî, Salât 1; Muslim, îmân 259; Abû Dâwûd, Sunna 23; Tirmidhî, Tib 12; Ahmad ibn Hanbal, Al-Musnad III,224

7 Das Geheimnis des „lan tarânî” (Du kannst mich nicht sehen!): Musa - Friede sei mit ihm - wurde, bevor er gerufen wurde, um am Berge Sinai mit Allah zu sprechen, einer Zeit der Vorbereitung unterzogen. Es wurde ihm befohlen dreißig Tage zu fasten, dann wurde dieser Zeitraum um zehn weitere Tage auf vierzig verlängert. Diese Zeit war eine Vorbereitung auf das Zwiegespräch mit Allah durch Entwöhnung von körperlichem Verlangen. Musa sprach nicht durch materielle Hilfsmittel wie Zunge oder Sprache mit Allah, sondern durch die ewige göttliche Eigenschaft des Kalam, des Wort Gottes. Keiner hörte oder bemerkte auch nur dieses Zwiegespräch, nicht einmal der Engel Gabriel oder die siebzig Zeugen, die mit Musa - Friede sei auf ihm - gekommen waren. Doch Musa verlor aufgrund dieser göttlichen Erscheinung das Bewußtsein. Er verlor die Orientierung und wußte nicht mehr, ob er im Diesseits oder Jenseits war und fühlte sich außerhalb von Raum und Zeit. Erfüllt und trunken von Liebe und ekstatischer Hingabe wurde der Wunsch die absolute Wirklichkeit, al-Haqq, Allah den Allmächtigen selbst, zu sehen in ihm übermächtig. Als Antwort kam die göttliche Antwort: „lan tarânî” (du kannst mich nicht sehen!). Als Musa - Friede sei auf ihm - voller Unverständnis auf seinem Wunsch beharrte, befahl Allah ihm auf den Berg zu schauen, und ließ ihn wissen, daß wenn der Berg den göttlichen Anblick aushalten könne, so könne auch er ihn aushalten. Es wird überliefert, daß ein winziger Bruchteil des göttlichen Lichtes hinter endlosen Schleiern hervorschien, woraufhin der Berg in tausende von Teilen zerbarst. Musa

- Friede sei auf ihm - wurde ohnmächtig im Angesicht dieses furchterrregenden Ereignisses, und als er wieder zu sich kam, lobte und pries er Allah und bat um Verzeihung für den Versuch, seine Grenzen zu überschreiten.

8. Qur’ân 62:9 : „fakâna qâba qausaini au adna”d.h.: ,„Und er war im Abstand von zwei Bogenlängen oder näher”. Der Prophet - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden - wurde bis jenseits des Sidrat al-Muntaha (des „äußersten Lotosbaumes” im Himmel) gebracht, an einen Ort solcher Nähe zu Allah, daß selbst der Erzengel Gabriel keine Erlaubnis besitzt dorthin zu kommen. Der Qur’ânvers beschreibt diese Entfernund als „Abstand von zwei Bogenlängen oder näher”. Dort fand eine einzigartige und heilige Begegnung zwischen Allah und dem Propheten statt - jenseits dessen, was der menschliche Verstand begreifen kann. Dies mag als Vergleich zwischen Musa und Muhammad

- möge Allah sie beide segnen und ihnen Frieden schenken - für unser bescheidenes und schwaches Fassungsvermögen reichen.

wer wird mir glauben?

„O Khadîja, wer wird mir glauben?”

Seine gesegnete Frau antwortete ihm: „Bei Allah! Allah wird dich niemals im Stich lassen, denn du kümmerst dich um deine Verwandten, trägst die Last derer, die sie nicht selber tragen können, du bist freigiebig zu den Bedürftigen und hilfst ihnen zu erreichen, was andere nicht erreichen. Du gewährst Gastfreundschaft und hilfst den Menschen, Herausforderungen auf dem rechten Wege zu bewältigen… Oh, Gesandter Allahs, ich werde dich akzeptieren und an dich glauben. Rufe mich als erste zum Wege Allahs!” 1

So war sie die Erste, die an ihn glaubte und ihn unterstützte.

Der Prophet - Segen und Friede seien auf ihm - vergaß niemals ihre große Liebe, ihren vorzüglichen Charakter und ihre Liebenswürdigkeit. Auch nach ihrem Tode vergaß er nie, wenn ein Tier geopfert wurde, einen Teil des Fleisches an ihre Angehörigen zu schicken.2 Seine Erinnerung an sie war stets eine gesegnete.

Die ersten 24 Ehejahre des Propheten, die Zeit seiner Jugend und größten Lebensenergie, verbrachte er nur mit Khadîja, möge Allah mit ihr zufrieden sein. Die meisten seiner späteren Ehefrauen waren älter als er und verwitwet. Die einzige unter ihnen, die jünger und eine Jungfrau war, war Aischa - möge Allah mit ihr zufrieden sein. Mit ihrer außerordentlichen Intelligenz und Voraussicht erkannte und verstand Aischa besonders die Frauen betreffenden religiösen Angelegenheiten. Nach dem Tode des Propheten - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden - lebte sie noch eine lange Zeit, während der sie sowohl Männer als auch Frauen mit dem Licht ihres großartigen Wissens erleuchtete. Dieses von ihr gesammelte Wissen wurde später zu einer der wichtigsten Grundlagen islamischen Gedankengutes. Der folgende Bericht macht deutlich, wie dies vor sich ging:

1. Bukhârî, Zakat 1, Muslim, İmân 12, Nasâî, Salât 10, Ahmad ibn Hanbal, al-Musnad V, 417,418

2 Muslim, Fadâ’il as-Sahâba 75, Ibn Hibbân, as-Sahih XV,467

von Allah für die Menschen bestimmten Stufe aus, so daß Er ihnen solch göttliche Geschenke wie Verstand, Einsicht und Vernunft mitgab und ihnen darüber hinaus die Gnadengabe der Rechtleitung durch die Gottesgesandten zuteil werden ließ. So ist der Menschheit der Weg zu Allah zu gelangen durch vollkommene göttliche Hilfe aufs Beste geebnet. Der absolute Höhepunkt dieses göttlichen Beistandes ist das „Licht Muhammads” - Segen und Friede seien auf ihm -welches in seiner irdischen Erscheinungsform als letzter Gottesgesandter dieser Welt höchste Ehre verlieh.

Wie er dieser Welt Ehre verliehen hat -Allah segne ihn und schenke ihm Frieden

Der ehrwürdige Prophet - Segen und Friede Allahs seien auf ihm - zugleich Erschaffungsgrund und Höhepunkt der auf einander folgenden Ketten der gesamten Existenz, erblickte am Montag, dem 12. Rabi’a al-Awwal, entsprechend dem 20. April des Jahres 571 n. Chr. kurz vor Sonnenaufgang das Licht dieser Welt.

Allgemein gilt es als wahr, daß das Erste was erschaffen wurde sein Licht war. Daraufhin wurde der gesamten Existenz die Ehre zuteil, aus diesem Licht erschaffen zu werden.

Mit seinem Erscheinen wurde diese Welt überflutet von der Barmherzigkeit Allahs. Die Morgende und Abende veränderten ihre Farbe, Empfindungen verstärkten sich. Rede, Zusammenkünfte und freudige Erfahrungen entfalteten sich ohne Ende, alles gewann eine neue Bedeutung und einen neue, anmutige Feinheit. Götzen wackelten, stürzten um und zerbrachen. Im persischen Madayin, der Hauptstadt des

mächtigen Khosrau brachen die Säulen des Palastes weg und Türme stürzten ein. Der Sawa-See trocknete aus, als das brackige Wasser der Unterdrückung und Tyrannei versickerte.

Die Herzen füllten sich mit Empfindungen der Befreiung und des Segens.

Sein Vater war zu Handelsgeschäften nach Damaskus gereist. Auf dem Heimweg erkrankte er und verstarb in Medina, nur zwei Monate vor der Geburt des Propheten - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.

Gemäß dem Brauch der Araber blieb das gesegnete Kind vier Jahre in der Obhut seiner Amme Halima, die es stillte und behütete.

Als der Knabe sechs Jahre alt war, machte sich seine Mutter Amina mit ihm und Umm Ayman, der Dienerin seines Vaters, auf den Weg nach Medina, um dort das Grab ihres Mannes ‘Abdullah, des Vaters des „Lichtes der Welt”, zu besuchen. Während der Reise erkrankte Amina und verstarb an einem Ort namens Abwa, wo sie auch bestattet wurde. Um mit den Worten des Dichters zu sprechen:

0 Du, die verstorben in Abwa ruht,

in Deinem Garten ist erblüht

die wunderschönste Rose dieser Welt

So wurde Muhammad zur Waise und kehrte mit Umm Ayman nach Mekka zurück - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden.

Im Alter von acht Jahren verlor er auch seinen Großvater ‘Abd al-Muttalib, später verstarb auch sein Onkel Abû Talib,

der ihn in selbstloser Weise beschützt hatte. Auf diese Weise wurden ihm alle vergänglichen und sichtbaren Unterstützer genommen. Danach blieb keiner ihn zu beschützen und ihn zu lehren außer seinem Herrn. Die Unterstützung durch vergängliche und sichtbare Beschützer während des Lebensabschnittes in dem er am schwächsten und schutzlosesten schien war nichts anderes als ein Ausdruck der göttlichen Weisheit, um ihn auch in dieser Hinsicht zu einem Beispiel für die Menschheit zu machen.

Seine Kindheit und Jugend als Waise verbrachte er in makelloser Reinheit und höchster Tugend, Eigenschaften, die schon darauf hindeuteten, welch glänzende Zukunft vor ihm lag.

Als er das Alter von 25 Jahren erreicht hatte, heiratete er Khadîja - möge Allah mit ihr zufrieden sein. Sie war eine Dame vornehmer Abstammung vom Stamme der Quraysch, dem herrschenden Stamm Arabiens. Die edle Khadija wurde ihm zu einer großen Unterstützung indem sie ihr Leben und ihren Besitz in seine Dienste stellte. Khadîja, die selbst 15 Jahre älter war als Muhammad - Allah segne ihn und schenke ihm Frieden -, war verwitwet und hatte bereits mehrere Kinder. Der Prophet hatte eine wunderbare Beziehung zu ihr, die zu einem Vorbild für die ganze Welt wurde.

Als er alleine war in seinem Ringen war sie die Erste, die ihm zur Seite stand. Als zum Beispiel auf dem Berge Hira die erste Offenbarung zu ihm kam, war er vollkommen erschüttert von der gewaltigen Verantwortung, die Allah ihm auferlegt hatte. Von Furcht ergriffen kehrte er nach Hause zurück.

I Love My Prophet

Ilovemyprophet

DER STOLZ DES UNIVERSUMS / 7

Wie er dieser Welt Ehre verliehen hat…………………………………………………………10

SEIN BEISPIELHAFTES LEBEN UND SEINE STELLUNG UNTER DEN PROPHETEN / 45

Der Prophet der Barmherzigkeit in den Augen

der Götzenanbeter………………………………………………………………………………………………65

DIE CHARAKTERZÜGE DES PROPHETEN DER BARMHERZIGKEIT / 79

Gottesfurcht und Reinheit der Seele des Propheten der

Barmherzigkeit…………………………………………………………………………………………………….82

Die Bescheidenheit des Propheten der Barmherzigkeit…………………..105

Die Höflichkeit, das Mitgefühl und die Selbstlosigkeit

des Propheten……………………………………………………………………………………………………..114

Sein vorbildlicher Umgang mit Menschen……………………………………………121

Die Freundlichkeit des Propheten gegenüber den Armen ………………126

Die schrittweise Erziehung durch den Propheten………………………………..141

Der Umgang des Propheten der Barmherzigkeit

mit den Frauen…………………………………………………………………………………………………..145

Der Umgang des Propheten der Barmherzigkeit

mit den Tieren……………………………………………………………………………………………………148

Das Verhalten des Propheten im Umgang mit Waisen …………………….154

Die Hinweise des Propheten bezüglich

der Rechte der Nachbarn ………………………………………………………………………………155

Der Umgang des Propheten

mit Verbrechern und Kriegsgefangenen………………………………………………….158

Das Verhalten des Propheten

gegenüber Feinden und Ungläubigen………………………………………………………159

Die Vergebung des Propheten der Barmherzigkeit…………………………….160

Die Großzügigkeit des Propheten……………………………………………………………..166

Die Großzügigkeit der Gefährten………..,……………………………………………………168

Die Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit und Integrität

des Propheten …………………………………………………………………………………………………….172

Die Schamhaftigkeit des Propheten………………………………………………………….174

Die Selbstlosigkeit des Propheten …………………………………………………………….175

Die Zuverlässigkeit und Loyalität des Propheten ………………………………180

SCHLUßWORT / 189

NACHWORT / 205

LITERATURHINWEISE / 209

Der Prophet 2

 

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